Emissionsnebel
Weitere astronomische Objekte
Warum sind astronomische Nebel farbig?
Die Farben in astronomischen Bildern informieren über die Eigenschaften und die chemische Zusammensetzung der Objekte im All. Auch wenn Astronauten theoretisch in die Nähe von Deep Sky Objekten im Weltall gelangen könnten, würden ihre Augen dennoch nur den sichtbaren Anteil der ausgesendeten Strahlung sehen.
Teleskope aber können die Strahlung astronomischer Objekte und die ionisierten Gase von Deep Sky-Objekten einsammeln. Filter im Strahlengang zwischen Telekskop und Kamerachip separieren die sichtbaren Anteile. Diese werden vom Aufnahmechip der Kamera in elektrische Signale umgewandelt.
In Farbkameras ist bereits ein Farbfilter auf dem Kamerachip aufgedampft (Bayer-Sensor).
Bei den für die Astrofotografie oft verwendeten Schwarzweiß Kameras werden spezielle Astrofilter per Filterrad oder Filterschublade in den Strahlengang eingefügt.
Die Kamera speichert diese sichtbaren Wellenlängen (= Farben) als farbiges Astrobild auf der Speicherkarte.
Das farbige Astrobild korrespondiert also mit den sichtbaren Wellenlängen der ionisierten Gase und chemischen Elemente im Weltraum.
Wie ist das mit den Sternen?
Auch Sterne sind auf astronomischen Bildern meist farbig. Neben weiß sind sie oft bläulich, gelb oder rot. Diese Farbvariationen hängen von Temperatur und Entwicklungsstadium ab.
Bläuliche Sterne
Bläuliche Sterne sind in der Regel sehr heiße und junge Sterne. Sie weisen hohe Oberflächentemperaturen auf und strahlen hauptsächlich im kurzwelligen blauen und violetten Bereich des elektromagnetischen Spektrums. Diese blauen Sterne finden sich häufig in Gebieten mit aktiver Sternentstehung.
Gelbe Sterne
Gelbe Sterne sind in der Regel etwas älter als blaue Sterne. Sie haben eine etwas niedrigere Oberflächentemperatur und erscheinen daher gelblich. Gelbe Sterne finden sich häufig in Sternhaufen und in der galaktischen Scheibe.
Rote Sterne
Rote Sterne sind typischerweise die ältesten und kühlsten Sterne. Sie haben niedrige Oberflächentemperaturen und strahlen hauptsächlich im langwelligen roten Bereich des Spektrums. Rote Sterne können in verschiedenen Entwicklungsstadien auftreten, darunter Riesensterne und Rote Riesen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Farben in astronomischen Bildern oft verstärkt oder manipuliert werden, um bestimmte Informationen hervorzuheben oder das Bild für das menschliche Auge ansprechender zu gestalten.
Die tatsächliche Farbe eines astronomischen Objekts kann für das menschliche Auge unauffällig oder sogar außerhalb des sichtbaren Spektrums liegen.
Um aufgezeichnete Daten vergleichbar zu machen und ihre Interpretation zu erleichtern, werden abgestimmte Farbpaletten wie die Hubble-Farbpalette verwendet.
Arten astronomischer Nebel
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1. Emissionsnebel
Diese Nebel bestehen aus leuchtendem Gas, das von energiereichen Quellen wie heißen, jungen Sternen angeregt wird. Die Atome in diesen Nebeln absorbieren die Energie der Sterne und geben sie als sichtbares Licht wieder ab. Jedes Atom bzw. jede Molekülsorte besitzt charakteristische Emissionslinien bei bestimmten Wellenlängen des elektromagnetischen Spektrums. Liegen diese Linien im sichtbaren Bereich des Spektrums, können wir sie als spezifische Farben wahrnehmen. So erscheint beispielsweise Wasserstoff in einem Emissionsnebel oft rot, während Sauerstoff grün oder blau erscheinen kann.
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2. Reflexionsnebel
Diese Nebel bestehen aus Staubpartikeln, die das Licht naher Sterne reflektieren. Die Farbe eines Reflexionsnebels hängt von der Zusammensetzung und Größe der Staubpartikel ab. Im Allgemeinen erscheinen Reflexionsnebel blau, da die Staubpartikel blaues Licht stärker streuen als Licht anderer Farben. Ein bekanntes Beispiel für einen Reflexionsnebel ist der Plejadennebel im Sternbild Stier.
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3. Dunkelnebel
Diese Nebel bestehen aus dichtem interstellarem Staub, der das Licht dahinterliegender Sterne blockiert. Sie erscheinen dunkel oder schwarz, da sie kein sichtbares Licht durchlassen. Allerdings können diese Nebel indirekt durch das Licht umgebender Sterne oder Emissionsnebel beleuchtet werden, wodurch sie als kontrastreiche Strukturen vor dem hellen Hintergrund sichtbar werden.
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4. Planetarische Nebel
Planetarische Nebel sind astronomische Nebel, die aus einer Hülle aus Gas und Plasma bestehen, die von alten Sternen am Ende ihrer Entwicklung ausgestoßen wurde, z. B. der Eulennebel Messier 97.
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5. Molekülwolken
Molekülwolken sind interstellare Gaswolken, deren Größe, Dichte und Temperatur die Bildung von Molekülen ermöglichen. Sehr dichte und kalte Molekülwolken werden als Dunkelnebel bezeichnet (siehe oben). Sie sind die Geburtsstätten von Sternen. Mehr als die Hälfte der (baryonischen) Masse der Milchstraße ist in den Molekülwolken enthalten.
Externe Links:
Wikipedia: Emissionsnebel
Wikipedia: Bayer Sensor
Hubble Space Telescope
Wikipedia: Astronomische Nebel





















